Archiv für September 2019

Wie viele sind hinter Gittern, die wir draußen brauchen“.- Ausgabe Oktober 2019

In der Ausgabe vom Dienstag, den 1. Oktober wird es in der Zeit von 19 – 20 Uhr folgende Beiträge geben:

- linksunten: Keine Ermittlungen mehr, aber linksunten bleibt offline

- Anti-Knast-Tage in Berlin

- Aktionsmonat für Georges Abdallah

- Interview zu den Aktivitäten gegen 3.Oktober in Hamburg

Die Sendung wird wiederholt am Donnerstag, den 3.10. von 11 -12 Uhr, den Dienstag, den 8.9.von 19:00-20:00, Donnerstag, den 10.10. von 11 -12 Uhr und von 22-23 Uhr.

Zu empfangen per Livestream über: www.radioflora.de

Genaueres zu den Themen:

- linksunten: Keine Ermittlungen mehr, aber linksunten bleibt offline

Aufgrund der dünnen „Beweislage“ sieht die Staatsanwaltschaft keine Gründe für eine Anklage gegen die vermeintlichen Betreiberinnen und Betreiber der linken Webseite.

Knapp neun Jahre existierte die Internetplattform »Indymedia linksunten«. Die für politische Strafverfahren zuständige Staatsanwaltschaft hatte wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz und anderer Straftatbestände mehrere Verfahren eingeleitet.

Anlass für die Ermittlungen waren mehrere Strafanzeigen, aber auch von Amts wegen ist die Staatsanwaltschaft damals tätig geworden. Ein Verfahren hatte ein damaliger Angehöriger des Landesvorstands der »Jungen Alternative« Rheinland-Pfalz initiiert, der Ende 2017 in den Landesvorstand der AfD gewählt wurde.

- Anti-Knast-Tage in Berlin

Vom 23. bis 27. Oktober 2019 finden in Kreuzberg, im Mehringhof, wieder die Anti-Knast-Tage statt.

„Knast ist sichtbarer brutaler Ausdruck einer Gesellschaft, die unfähig ist, die von ihr verursachten Probleme zu lösen. Sei es das Problem des Privateigentums (und damit das Begehren nach „Fremdeigentum“), das Ungleichheit schafft. Sei es die vielfach verbreitete ablehnende Haltung, dass durch herrschende Verhältnisse unweigerlich hervorgerufen wird. Sprich, es gilt der Logik zu widersprechen, dass gesellschaftliche Konflikte nicht außerhalb der herrschenden Gesellschaft gelöst werden können.“

Dazu ein Interview mit den Veranstalter*innen

https://antiknasttage.blackblogs.org

- Aktionsmonat für Georges Abdallah

Unser Genosse Georges Ibrahim Abdallah wird im Oktober sein 36. Jahr Gefangenschaft in Frankreich beginnen. Dieser kommunistische libanesische Aktivist wurde 1984 in Lyon festgenommen und als angeblicher Gründer der Fractions Armées Révolutionnaires Libanaises (FARL) zu lebenslanger Haft verurteilt. Seit 20 Jahren könnte Georges Ibrahim Abdallah rechtlich gesehen aus dem Gefängnis entlassen werden, doch alle Versuche, ihn aus der Gefangenschaft zu befreien, wurden verhindert, manchmal durch direktes Eingreifen der politischen Autoritäten.

Die französischsprachigen Sektionen der Internationalen Roten Hilfe und weitere politische Kräfte in Frankreich haben zu einem Aktions- und Solidaritätsmonat im Oktober aufgerufen, der mit der Demonstration vor dem Gefängnis in Lannemezan, wo Georges inhaftiert ist, seinen Höhepunkt erreichen soll.

https://rhisri.secoursrouge.org/aktionsmonat-fur-georges-abdallah/

- Interview zu den Aktivitäten gegen 3.Oktober in Hamburg

Gegen diese Einheitsfeiern der Herrschenden wird es in einigen Städten Aktionen geben. Sei es in Berlin, Kiel, Magdeburg oder Hamburg.

„Die deutschen Zustände sind unerträglich. Deutschland ist Ausbeutung, Unterdrückung, preußischer Untertanengeist und Chauvinismus. Wenn die deutsche Nation sich selbst feiert, dann gehen wir auf die Straße und demonstrieren, dass wir dagegen sind. Krieg den deutschen Zuständen! Deutschland muss sterben, damit wir leben können!“

Wir werden die Menschen aus Hamburg fragen, warum sie an diesem Tag auf die Straße geben werden.

Demonstration am 3. Oktober Beginn: 17.30 Uhr Rote Flora

Das Gefangenen Info 425 ist erschienen

Liebe Leserinnen und Leser, dieses Jahr haben wir erneut eine Widmung von Seiten des Staates in der Presse bekommen, so schreibt der Verfassungsschutz Hamburg in seinem Jahresbericht 2018:

„Das Netzwerk (Freiheit für alle politischen Gefangenen)“ ist Herausgeber der Publikation „Gefangenen Info“, die ursprünglich als Organ der Solidaritätsarbeit für inhaftierte Mitglieder der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) entstanden war. Von dieser Tradition haben sich Netzwerk und „Gefangenen Info“ bisher nicht gelöst.“

Zu den Angriffen und der Repression gegen unsere Zeitschrift gehört leider immer wieder, dass sie den LeserInnen nicht ausgehändigt wird. Nach unseren Informationen haben die zwei Eingesperrten von der Parkbank das GI nicht erhalten. Bei einem wurde das GI von der Generalstaatsanwaltschaft einbehalten mit der Begründung: „(dass) … sie Gegenstand gesonderter Ermittlungen …(sei)“. Ob sich die Repression primär gegen uns oder/und die beiden Gefangenen richtet, wissen wir nicht. Fakt ist, die beiden Gefangenen haben es nicht erhalten.

Jedoch haben erfreulicherweise Musa Asoğlu und Erdal Gökoğlu das GI nun wieder bekommen.

Wir möchten auf einen Anhörungstermin unseres langjährigen Schreibers Rainer Loehnert hinweisen. Die Anhörung findet am Mittwoch, den 11. November um 10:30 Uhr vor dem Gericht in Kleve statt. Rainer befindet sich seit 1986 in der Forensik, also seit über 33 Jahren, auch er muss endlich raus!!!

Und zuletzt möchten wir darüber informieren, dass Hatime Azak am 21. August bei der Einreise nach Deutschland, im Zuge einer Grenzkontrolle festgenommen, am nächsten Tag verhaftet und in ein Gefängnis in der Nähe von München überstellt wurde (Anschrift hinten im Heft). Sie befindet sich seit dem 21. August im Hungerstreik. Hatime Azak ist Vorstandsmitglied der Anatolischen Föderation Österreichs. Sie hat seit vielen Jahren politisches Asyl in Österreich. Solidarität mit Hatime!

Revolutionäre Kunst lässt sich nicht den Mund verbieten!

Eure Redaktion


Inhalt der Nr. 425

Schwerpunkt: Grup Yorum im Hungerstreik

4 Solidarität mit Grup Yorum

6 Grup Yorum:„Seit OHAL steigt die Repression gegen unsere Kunst von Tag zu Tag.“

7 Gökoğlu/Aşoğlu: Bekanntgabe unseres Hungerstreiks

Soli-Aktivitäten in Berlin und Magdeburg

8 Interview mit Umut von Grup Yorum

International

10 Kriminalisierung von Revolutionäre-Suryoye (Aramäer)

11 Wo ist Dallala?

Aktionsmonat für Georges Abdallah

Inland

3 Aufruf zum bundesweiten Aktionstag der Psychiatrie-Toten am 2. Oktober 2019

12 Gipfelgestöber? Kein Schnee von Gestern!

14 Antiknasttage 2019: Veranstaltungen

16 Mit freiem Herzen und entschlossenen Händen

17 [HH] Brief aus dem U-Knast Holstenglacis

18 Brennende Herzen lassen sich nicht wegsperren

- Freiheit für die 3 von der Parkbank!

20 Shorty bekommt Sicherungsmaßnahmen

21 Deniz Pektaş freigelassen!

Gefangene

22 Brief eines Gefangenen in Hamburg

23 Entlassung!? Was nun?

24 Grussbotschaft für das Stadtteilfest in Hamburg-St.Pauli am 15 August 2019

25 „Die einzige Waffe gegen die Zerstörung ist deine politische Ideologie“

26 Nun zu den VW-Fabriken in der Türkei

28 Brief/Zeichnung von Erdal Gökoğlu

Zu beziehen ist das GI:

http://www.gefangenen.info/kontakt/

siehe auch http://political-prisoners.net/

Erneuter Anquatschversuch in Magdeburg

Im April diesen Jahres gab es in Magdeburg einen weiteren Anquatschversuch bei einer Genossin. Am Nachmittag klingelten zwei Männer, die fragten, ob sie die Wohnung betreten dürften. Auf die Frage der Genossin, wer die beiden seien, sagten sie, dass sie vom Innenministerium kämen.Außerdem boten sie ihr an, ihr dabei zu helfen, „derzeitige juristische Probleme“ aus dem Weg zu räumen, wenn sie dafür Auskunft über „gewalttätige Personen“ in ihrem Umfeld gäbe.

Die Genossin reagierte völlig richtig, indem sie Nein sagte und die Tür schloss. Seitdem haben die „Verfassungsschützer“ die Genossin in Ruhe gelassen.

Wenn ihr selbst von Anquatschversuchen betroffen seid, lasst euch nicht einschüchtern, sagt nichts gegenüber den Repressionsbehörden, sprecht mit Genoss*innen über dieses Erlebnis, fertigt ein Gedächtnisprotokoll an.

Wichtig ist, dass ihr Euch unmittelbar nach dem Geschehen an uns, die Rote Hilfe, wendet. Je eher ihr den Vorgang öffentlich macht, desto sicherer seid ihr vor weiteren Belästigungen durch die Behörden. Genauso wichtig ist diese Information für alle anderen. Ob es sich um einen Einzelfall handelt oder eventuell versucht wird, bestimmte Menschen und Gruppen gezielt zu observieren bzw. zu infiltrieren.

Kommt in die Sprechstunde, die jeweils im Wechsel im Libertären Zentrum und im F52 stattfinden, oder fragt einfach nach.

Aktivengruppe Magdeburg

Postadresse
F52
Friesenstraße 52
39108 Magdeburg
- Rote Hilfe –